Der nächste Fünfhauser Kinderzimmer-Dschihadist

Wieder ist es ein junger Wiener Muslim. Wieder soll er von seinem Zimmer in Fünfhaus aus Kontakte zu internationalen Terrornetzwerken geknüpft haben. Und wieder können sich ehemalige Mitschüler und Nachbarn das alles nicht erklären.

Als der Konvertit Thomas Al J., 25, am vergangenen Mittwoch verhaftet wurde, löste das Klicken der Handschellen ein Déjà-vu aus. Keine vier Jahre ist es her, dass Mohamed M. und seine verschleierte Freundin Mona S. festgenommen wurden. Ihn verurteilte das Gericht wegen der Mitarbeit an einem Drohvideo zu vier Jahren Haft, sie wegen der Übersetzung von Terrorbotschaften zu 22 Monaten. Die Strafen sollten eine abschreckende Wirkung auf Gleichgesinnte entfalten. Offensichtlich vergebens.

Die Behörden werfen Al J. vor, Lehrlinge für Terrorausbildungen rekrutiert und dafür Spenden gesammelt zu haben. Zusammen mit ihm wurden drei mutmaßliche Komplizen am Flughafen Schwechat vorübergehend angehalten und vernommen.

Die Staatsanwaltschaft wendet erstmals den Paragrafen 278e des Strafgesetzbuchs an: Teilnahme an einem terroristischen Ausbildungscamp. Das Gesetz ist eine Reaktion auf die steigende Anzahl von Österreichern in Terrorlagern. Unklar ist noch, ob schon der Versuch, dorthin zu gelangen, der den drei Komplizen vorgeworfen wird, strafbar ist.

Als Treffpunkt soll der Gruppe eine Moschee in Favoriten gedient haben. Der Betreiber Ismail S. ist einschlägig bekannt, seit er bei einem Vortrag in Anspielung auf die Geburtenrate muslimischer Immigranten sagte: “Europa, wie wir es kennen, wird in einigen Jahren aufhören zu existieren, Inschallah.“ S. bestätigt den Kontakt zu Al J., bestreitet jedoch jeden Zusammenhang mit Terrorplänen.

Unterdessen wurde Yusuf O., der Ende Mai in Wien verhaftet worden ist, nach Deutschland ausgeliefert. Der Muslim soll jenes Drohvideo mitproduziert haben, das im Jahr 2010 in Berlin für Aufregung gesorgt hatte. Was er mit Al J. zu tun hat? Laut Kurier sollen sich die beiden gekannt haben: “Sie haben sich in Wien persönlich getroffen“, bestätigt ein Sprecher des Verfassungsschutzes.

Mohamed M., das erste Al-Kaida-Mitglied aus Fünfhaus, sieht indessen seinem letzten Sommer in Haft entgegen. Er wird im September entlassen. Seine Komplizin Mona S. hat sich längst von ihm getrennt. Sogar ihre Burka hat sie mittlerweile abgelegt.

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