Jeder hat das Recht auf Arbeit

Dankesrede für den Hilfswerk-Journalistenpreis 2011,
Haus der Industrie, Wien, 24. November 2011

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Jeder hat das Recht auf Arbeit. Dieser Satz entstammt der Deklaration der Menschenrechte.

Aus diesem Recht leitet sich eine Pflicht für uns ab: nämlichen jeder und jedem die Chance zu geben, sich am Arbeitsmarkt behaupten zu können. Und diese Chance heißt Bildung.

Ob Jennifer, Kevin oder Fatih, egal, auf wen ich bei der Recherche zu Jugendarbeitslosigkeit in Österreich gestoßen bin, sie alle haben etwas gemeinsam. Wir haben sie einem Bildungssystem überlassen, in dem ihr Schicksal von dem Millieu abhängt, in dem sie aufgewachsen sind. Und ein 20jähriger, der den Namen Ernst mit Umlaut A und weichem D schreibt, der wird nur schwer einen Job finden.

Die Jugendarbeitslosigkeit von heute ist der Facharbeitermangel von morgen und der soziale Sprengstoff von übermorgen. Jeder fünfte Europäer unter 25 Jahren ist heute eine Jennifer, ein Kevin oder ein Fatih. Wenn wir nicht wollen, dass das Haus Österreich, das Haus Europa übermorgen in die Luft geht, dann braucht es ein Bildungssystem, dass Chancen auftut, anstatt sie zu verhindern.

Eine Kette ist bekanntlich so stark wie ihr schwächstes Glied. In diesem Sinn hängt von der Zukunft von Jennifer, Kevin und Fatih – und ihren Kindern – auch unsere aller Zukunft ab.

Dieser Erkenntnis, die nicht neu ist, aber auf der Höhe der Zeit, sei dieser Preis gewidmet.

Er ermutigt mich darin, auch weiterhin die Schattenseiten unserer Gesellschaft auszuleuchten.

Dafür danke ich den Juroren und dem Hilfswerk.

Ich bedanke mich bei den zahlreichen Protagonisten der ausgezeichneten Geschichte, die diese durch ihre Offenheit erst möglich gemacht haben.

Ich danke meinen Kollegen vom FALTER und da stellvertretend meinen beiden Spielertrainern Armin Thurnher und Florian Klenk, die mich neben vielen anderen Dingen gelehrt haben, dass es im Journalismus nicht um Preise geht.

Und vor allem danke ich meiner Familie, die mir die Ehre erweist, heute Abend hier zu sein, für ihren bedingungslosen Rückhalt.

 


http://www.hilfswerk.at/b14310

(Nach dem Ende der Gala bedankte sich Ingrid Wendl persönlich für die Ansprache.)

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